Norwegen (Lofoten) Schweden 2006
Die Reiseroute Norwegen-Schweden 5000 km
4.09.06 (200 km)
Der Morgen fängt ja schon gut an. Ich wollte am Vormittag vor der Abreise noch einiges erledigen, aber es kam alles anders. Morgens kam ich nicht aus dem Bett. Hatte Schwindelgefühle - zu niedrigen Blutdruck. Also, ich erst mal beim Arzt angerufen, er möchte mir noch was verschreiben. Es geht doch um 19:30 Uhr die Fähre nach Göteborg. Hoffentlich packe ich das.
Am Nachmittag ging es mir wieder einigermaßen gut, so konnten wir um 15:00 Uhr nach Kiel fahren. Die Fähre lag schon um 17:30 Uhr am Schwedenkai. Nach einem kurzen Check konnten wir auf die Fähre fahren.

Warten vor der Fähre in Kiel
05.09.06(400 km)
Schweden begrüßt uns mit einem wolkenlosen Himmel. Das war das Gute an diesem Morgen. Das Schlechte war, das wir die Nacht und am Morgen Windstärke 9 hatten. Dazu hohe Wellen, was dazu führte, das ich Seekrank wurde und das schöne Frühstück ausfallen lassen musste. Aber sonst verlief die Ausschiffung und die Autofahrt nach Oslo reibungslos. Den Tag beenden wir auf einem Campingplatz nördlich von Oslo.

Der erste Übernachtung bei Oslo
06.09.06(325 km)
Am heutigen Tag ist vom Wetter nichts Neues zu berichten. Sonnig aber nur 10°C. Es geht weiter auf der E6 nach Hamar. Dort wollten wir uns das Eisenbahnmuseum anschauen, leider ab dem 1. Sept. geschlossen. Also geht es weiter auf der E6, an Äckern und Wiesen vorbei, bis nach Ringebu. Von dort aus biegen wir auf die 27 nach Folldal ab. Diese Strasse führt in ein Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze - eine schöne Strecke, es lohnt sich. In Folldal biegen wir nach links auf die 29 und fahren zu dem, in 10 km entfernten, Ort Dalen. Dort ist ein Campingplatz, auf dem wir zwei Nächte verbringen.

Endlose Weiten bei Folldal
07.09.06(310 km)
Um 10:00 Uhr geht es weiter. Ziel des heutigen Tages ist Trondheim. Die E6 meiden wir heute wieder und fahren zurück nach Folldal auf der 29 nach Alvdal, wo wir unseren Proviant wieder auffüllen. Anschließend geht es auf die 3. Die Strecke führt durch bewaldetes Gebiet mit wenig Verkehr. 50 km südlich von Trondheim treffen wir wieder auf die E6 und fahren weiter nach Trondheim. Sie ist die drittgrößte Stadt Mittelnorwegens. Dicke Wolken ziehen sich über der Stadt zusammen. Schnell gehen wir durch die City, um einige Besorgungen zu machen. Es gibt ein Stadtcampingplatz, der das ganze Jahr geöffnet hat.
Der Dom zu Trondheim
08.09.06 (330 km)
Die Sonne weckt uns an diesem Morgen in Norwegen. Es sind ca. 18°C, für diese Jahreszeit schön warm. Da macht auch das Weiterfahren wieder Spaß. Geplant war heute, die Küstenstrasse 17 bei Steinkjer entlang zu fahren, aber laut ADAC Campingbuch ist dort kein Campingplatz im September geöffnet, und wild wollte ich nicht „stehen". Daher fahren wir auf der E6 weiter. Laut Gerede ist die E6 nicht zu empfehlen, zu eintönig! Ich bin anderer Meinung! Ab dem Ort Grong wird die Landschaft abwechslungsreicher, mit vielen Birken und Tannenwälder und fast immer verläuft die Straße an einem Fluss. Diese Landschaft erinnert mich ein bisschen an Lappland - mit endlosen Weiten und nur alle `zig Kilometer eine Ortschaft. Um diese Jahreszeit sind in Nordskandinavien nicht mehr alle Campingplätze geöffnet, darum haben wir unsere Tagesrouten dementsprechend angepasst.
Landschaft pur in Nordnorwegen
09.09.06(260 km)
Dunkle Wolken ziehen über uns auf - das wird wohl ein Regentag. Um 10:00 Uhr, wie jeden Morgen, geht es wieder auf die E6 nach Storjord. Ländliche Gebiete und Wälder wechseln sich ab bis nach
Mo i Rana. Der Industrieort, am Fuß des Ranafjords, besitzt ein großes Metallwerk, in dem Ferrosilizium produziert wird. Von der Grottenbesichtigung sehen wir ab, stattdessen fahren wir weiter in höhere Lagen, zum Polarkreis. Dort oben wachsen weder Bäume noch Sträucher. Die ersten Warnschilder tauchen auf, die vor Rentieren warnen. Da sind sie auch schon - eine kleine Herde mit 7 Rentieren grasen am Straßenrand. Das ist natürlich was für unsere Enkeltochter. So etwas hat sie in ihren 5 Lebensjahren noch nicht gesehen. Noch ein paar Fotos machen - dann geht es auch schon wieder abwärts bis die Baumgrenze beginnt. Im Ort Storjord finden wir einen Campingplatz zum Übernachten.
Der Polarkreis
Warnung vor den Rentiere

10.09.06(180 km)
Wir erzählen erst mal wieder vom Wetter. Es hat die ganze Nacht geschüttet. Nach dem Frühstück wollte ich noch einige Dinge erledigen wie Wasser auffüllen, Müll entsorgen, aber das geht nicht. Es regnet immer noch. So muss ich es wohl auf den Abend verschieben. Also, erst mal bezahlen und dann die 160 km bis nach Bodö, wo uns die Fähre zu den Lofoten übersetzen soll. Aber wir sind kaum 15 Minuten vom Campingplatz weg, da riss die Wolkendecke auf und die Sonne kommt raus. So wechselhaft ist das Wetter hier. Um 12:30 Uhr erreichen wir dann auch den Fährhafen von Bodö. Mal schauen, wann die Fähre nach Moskenes (Lofoten) ausläuft. Erst um 15:00 Uhr, so bleibt genug Zeit, etwas zu Essen. Im nächsten Augenblick läuft gerade die Polarlys ein, ein Postschiff der Hurtigroute, die gewisse Häfen von Bergen bis Hammerfest anläuft und zahlende Touristen mitnimmt.
Mit einer ½ Std. Verspätung nimmt die Fähre ihre Fahrt zu den Lofoten auf. 4 Stunden dauert die Überfahrt und kostet 800 NOK = 100€. Der Seegang ist noch schlimmer als am Dienstag, auf der Ostsee vor Göteborg. Ich lege mich im hinteren Teil des Schiffes auf eine Sitzbank, um meine Übelkeit, die wieder begann, in den Griff zu bekommen. So um 18:30 Uhr tauchen am Horizont die ersten Berge der Lofoten auf. Es dauert auch nicht mehr lange, da legte auch die Fähre im Hafen von Moskenes an. Um den nächsten Campingplatz zu erreichen, müssten wir noch ein ganzes Stück fahren. Daher werden wir uns im nächsten Ort erst mal hinstellen, um zu Übernachten. Es war ein langer Tag.
Warten auf die Fähre in Bodö
Das Postschiff Polarlys in Bodö
Der Übernachtungsplatz auf den Lofoten
11.09.06(190 km)
Die Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen, das Wetter ist auch nicht schlecht. Die Berge sind von Wolken frei, also geht es gleich nach dem Frühstück los. Man weiß hier oben ja nicht, wie lange sich das Wetter hält. Die E10 erwartet uns, wir fahren Richtung Norden. Mit jeder Kurve ändert sich die Landschaft. Ich kann gar nicht so oft anhalten, um alles zu fotografieren. In Leknes verlassen wir die E10 und biegen auf die 815, um in das Fischerdorf Stamsund zu fahren, dem wichtigsten Hafen der Insel, denn dort legen die Postschiffe an. Weiter geht es auf der 815, immer an der Küste entlang, bis wir wieder auf die E10 stoßen. Kurz darauf biegen wir rechts ab in das Dorf Henningsvär, eines der größten Lofotendörfer. Nach einer kleinen Pause im Dorf zieht es uns weiter. Wir fahren auf der E10 über Svolvär bis Fiskelböl, wo wir uns für 99 NOK nach Melbu übersetzen lassen. Ab Melbu werden die Bergmassive schon langsam kleiner. Es wird auch wieder Zeit, sich ein Nachtlager zu suchen. In Scortland ist ein Campingplatz das ganze Jahr geöffnet. Dort angekommen, ist die Rezeption geschlossen. Einmal, zweimal lief ich ums Haus - Licht brannte, aber keiner war da. An der Tür stand was auf norwegisch geschrieben. Ich konnte es nicht übersetzten. Daraufhin versuchte ich es bei einer Hütte und klopfte. Dort machte mir ein Mann die Tür auf, er war wohl auch nur ein Gast. Nach einem kurzen Gespräch rief er jemanden an, wohl die Chefin. Sie sagte, sie komme in 20 Minuten - nah, klappt doch noch.
Die Lofoten

12.09.06(350 km)
Fangen wir den heutigen Tag mal wieder mit dem Wetter an. Also, die ganze Nacht hat es geschüttet, auch als wir los wollten hörte es nicht auf zu regnen. Noch schnell die Toilette entleeren und auf geht es auf die E10 in Richtung Narvik. Noch einen Zwischenstopp in Lödingen, um Essen zu fassen, und weiter geht es. Wir wollen heute Norwegen verlassen und nach Schweden einreisen. Das Wetter wird besser, die Wolkendecke reißt auf. Da macht es doch wieder mehr Spaß zu fahren. 30 km vor der schwedischen Grenze fängt das Lapplandgebiet an. Die Berge werden immer kleiner. Wir fahren vorbei an Sumpfgebieten, Seen, kleinen Birkenwäldern - die Blätter sind schon schön gelb und die Steine mit Moos überzogenen. Hier hat schon kräftig der Herbst seine Hände drauf gehalten.
Ein Tipp - tankt noch einmal in Norwegen voll. Ich habe nach der Grenze bis Kiruna keine Tanke mehr gesehen, und das sind ca. 150 km totale Einsamkeit auf nur einer Strasse, der E10. Auch der nächste Bankautomat ist in Kiruna. Das wurde mir von einer Verkäuferin, die abseits der E10 ihren kleinen Laden betreibt, gesagt. Einige Worte zur E 10 in Schweden. Sie eine gut ausgebaute Strasse, wo man eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 80 km fahren kann. Aber aufgepasst - die Rentiere können überall am Straßenrand auftauchen. Um 18:00 Uhr kamen wir in Kiruna an. Dort gibt es im Ort, gut ausgeschildert, das Hotel Camping. Dieser Platz ist ganzjährig geöffnet. Selbst in Kiruna ist nicht viel los. Bergarbeitersiedlungen und Erzabbau, das war auch schon alles. Aber Tanke und Geldautomat sind vorhanden.

Auf dem Weg nach Narvik (Schwedische Grenze)
Die Grenze zu Schweden nur ein Haus sonst nichts
Schwedisch Lappland

13.09.06(650 km)
Nach dem Frühstück und des Zusammenpackens des Pössl, schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt. Wir tauschen die restlichen NOK in schwedische Kronen um und tätigen auch den ersten Einkauf. Wir waren sehr erstaunt über die Preise in Schweden. Die Lebensmittel sind fast um Hälfte billiger als in Norwegen. Nur der Diesel ist fast so teuer wie in N. Danach geht es auch schon weiter. Nur ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, fängt auch schon gleich die tolle Landschaft wieder an, mit Seen, Wäldern, Rentieren. Es ist eben Lappland - wer es mag. Diesmal müssen wir ca. 100 km fahren, um eine größere Stadt zu sehen wie z.B. Gällivare. Aber dieser Ort soll nicht unser Ziel sein, sondern Jokkmokk. Mittlerweile fing es auch an zu regnen und es sieht nicht so aus, als ob es aufhören will. In Jokkmokk angekommen, suchen wir gleich den Stadtcampingplatz auf. Der sollte bis zum 30.09.06 geöffnet sein, aber ein Bediensteter sagte uns, der Platz sei schon seit zwei Wochen geschlossen. Also fahren wir wieder zurück in die Stadt. Dort hatte ich noch ein zweites Hinweisschild „Camping" gesehen. So fahren wir dem Schild nach und in ca. 3 km, Richtung Lulea, ein schöner, privat geführter Platz. Das ganze Jahr offen, kostet 13 €. Der Besitzer ist Deutscher.

Kiruna
Es geht nur gerade aus
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