Polentour 2005
05.09.2005 (360 km)
Nach vielen Warnungen von Freunden und Arbeitskollegen, nicht mit meinem Wohnmobil nach Polen zu fahren, kann ich heute nur sagen, alles dummes Gerede.
Die Aussagen wie: „Fahre nach Polen, dann hast du Dein Wohnmobil nicht mehr lange, die Auto-Mafia wartet schon hinter der Grenze auf dich oder dir bauen sie die Räder ab", waren nur falsche Vorurteile. Aber noch mit diesen Gedanken im Hinterkopf fahren wir um 10:00 Uhr auf die A7 nach Hannover und weiter auf die A2 nach Berlin. Unsere erste Rast haben wir auf der Raststätte Marienborn gemacht und Heike hat sich noch die Gedenkstätte angeschaut. (Bericht Gedenkstätte siehe Rollertour Ostdeutschland <http://www.burkhardlager.de/rollereisen.htm>)
Nach der Pause ging es weiter bis Werder, dann auf die A10 um Berlin herum, weiter bis Angermünde und nach Parstein zum Parsteiner See, wo wir auf dem großen Parkplatz die Nacht verbrachten.


Pause an der Gedenkstätte Marienborn
Sonnenuntergang am Parsteinersee
06.09.05 (312 km)
Die Sonne scheint, gut geschlafen haben wir auch, also geht es zurück nach Angermünde, um sich noch den Ort anzusehen, in dem wir am Vorabend keinen Übernachtungsplatz gefunden hatten. Angermünde ist ein kleiner Ort um Besorgungen zu machen. Weiter geht es zur Polnischen Grenze. Mal sehen ob es stimmt, dass wir nur mit dem Personalausweis nach Polen einreisen dürfen. Wir wählten nicht den Grenzübergang Stettin, sondern Schwedt. Es war nicht viel los an der Grenze, kamen gleich dran und es funktionierte nur mit dem Perso. Der polnische Beamte wollte nur einmal in das Innere des Womos sehen, sonst alles ok. Im ersten Ort hinter der Grenze konnte man Tanken und diverse Artikel sowie Zigaretten kaufen. Es gibt genug Wechselstuben, der Kurs 1 € = 3,96 Zly. Wir wollen erstmal für 80Zly tanken, den Liter für 1,06€. Jetzt muss ein Geldautomat her. In Chonja hatte ich Glück, der Bankautomat hatte ein Bedienfeld, das auch wir, als Ausländer, bedienen konnten. Danach geht es weiter auf der 31 nach Stettin. Diese Stadtautobahn, geflickte Betonplatten, die nur eine Geschwindigkeit von 60 km/h zulassen, war die schlimmste Strecke, die wir in Polen gefahren haben. In Wollin verbringen wir die Nacht auf dem Camp Mudzyzdroje, für 12 €.



Der Ort Angermünde Wollin an der Ostsee (Polen) Des Camp Mudzyzdroje
07.09.05 (200 km)
Der heutige Tag wird wie die anderen Tage sonnig und warm, um die 27° C!
Also fahren wir um 10:00 Uhr weiter nach Kolberg.
Auf dem Weg dorthin hielten wir an einigen Orten an, um ein wenig zu Schoppen. Der Straßenzustand nach Kolberg war in der Bewertung von Gut bis Vorsicht, die Achse fliegt gleich ab. Ich dachte, damit muss man eben rechnen, wenn man Richtung Osten fährt. In Kolberg angekommen, parkten wir in einer Seitenstraße. Wo sollst du sonst mit einem 7 m Mobil stehen? Kolberg ist das größte Seebad an der Ostseeküste und hat einen sehr langen Sandstrand, großzügige Parkanlagen, Solequellen und viele Kurbetriebe. Nach dem Besuch geht es wieder los, einen Übernachtungsplatz suchen. Über Köslin nach Darlowo, weiter auf der 203. Es muss doch an der Ostsee einen Campingplatz geben! Nach 2,5 km ein Dorf, mitten in der „Pampa" eine Wiese, ein Haus, ein Klo und eine Dusche. Alles für 5 € incl. Strom, das hat uns gefallen.


Wo Tourismus ist sind auch kleine Buden Pause in Polen
Der private Campingplatz
Kolberg
8.09.05 (112 km)
Es wird heute wieder ein schöner Tag! Also, raus aus den Federn und ab geht es wieder auf die Piste. Von Darlowo auf der 203 nach Uska, dann auf der 210 nach Stolp.
Dort hielten wir an, um einiges einzukaufen. Zum Schoppen kann ich die Stadt empfehlen. Die 213 nehmen wir weiter unter die Räder, unser Ziel ist der Nationalpark Slowinski bei Leba. Dort ist eine einzigartige, 40 m hohe Wanderdüne Làka Góra (Lonsker Düne) zu besichtigen. Sie ist zwar nicht die höchste Düne in der Sahara Polens, aber eine der populärsten. Um vom Ort Leba zu der 7 km entfernten Düne zu gelangen, kann man zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad, oder für 10 Zly pro Person, mit dem Elektrobus fahren. Wir bevorzugten den Touristenbus. Dieser fuhr von Leba bis zur Mittelstation und von dort aus ging es 30 Min. weiter mit dem Schiff. Auf dem Rückweg zum Ort Leba, fuhren wir mit einem Elektrobus. Am Womo wieder angekommen, suchten wir den am Ort ansässigen Campingplatz Rafael und blieben, für 12 € die Nacht.


So schöne Alleen gibt es fast nur noch in Osteuropa
Ein ganz normales Dorf in Polen
Die Gora Laka (Düne) Die Stadt Leba
09.09.05 (166 km)
Heute wollen wir nach Danzig, aber mit einem kleinen Umweg, denn zuerst geht es in die Kaschubische Schweiz.
Dichte Wälder, kleine, steile Hügel und pittoreske Seen, von denen viele durch Flüsse miteinander verbunden sind. Die Kaschubische Schweiz ist das Erholungsgebiet der Danziger. Sie ist nach der hier ansässigen ethnischen Gruppe, der Kaschuben, benannt. Anschließend fahren wir weiter nach Gdingen-Sopot, ein Vorort von Danzig. Dort befindet sich der Stadtcampingplatz. Morgen sehen wir uns die Stadt Danzig an.


Einer von vielen Seen in der Kaschubische Schweiz Der Stadtcampingplatz von Danzig
10.09.05 (Ruhetag)
Heute wollen wir uns die Westerplatte (Beginn des 2 Weltkrieges) und natürlich Danzig anschauen. Heike hat kein Interesse, das Denkmal an der Westerplatte anzusehen. So holte ich die 50iger Vespa aus der Heckgarage und fuhr erstmal ca. 12 km in Richtung Danzig. Hinter dem Hauptbahnhof geht es links ab, von dort aus ist die Gedenkstätte Westerplatte ausgeschildert. Nun sind es noch etwa 12 km bis zum Ziel. Dort ist ein bewachter Parkplatz.
Info zur Westerplatte: Am 1.September 1939 um 4:45 Uhr, eröffnete der Panzerkreuzer Schleswig Holstein das Feuer auf das polnische Munitionsdepot und die Befestigungen auf der Halbinsel Westerplatte, an der Einfahrt zum Hafen von Danzig. Der 2.Weltkrieg begann.
Nach der Besichtigung zurück zum Campingplatz, um etwas zu essen. Anschließend fuhr ich mit der Bahn nach Danzig.
Wir gingen in den 200 m entfernten Bahnhof Sopot. Wenn man keine Fahrkarte hat und der Zug ist schon eingetroffen, kann man in den ersten Wagon einsteigen und dort die Fahrkarte bei der Schaffnerin lösen, denn sie geht nicht durch den Zug. Die Fahrt dauert ca. 30 Min. bis zum Hbf Danzig. Über Danzig kann ich nur schreiben, dass ich von dieser Stadt fasziniert bin. Ein Tipp! Kauft einen Stadtplan, das hilft ungemein.

Ein T34 von den Russen Hier vermute ich das hier Bunker gestanden haben, und von der Schleswig Holstein zerstört wurden ist
Das Denkmal an der Westerplatte
11.09.03 (180km)
Am nächsten Tag wollen wir nach Elbing. Aber erst mal müssen wir raus aus Danzig, gar nicht so einfach. Vorher wollen wir noch nach Stutthof, nördlich von Elbing, in ein kleines Dorf an der Ostsee. Dort wurde 1939 ein Gefangenen-, dann Arbeitserziehungs- und schließlich Konzentrationslager errichtet, dass heute als Museum zu besichtigen ist. Anschließend fahren wir weiter nach Elbing, wo wir auch auf dem Stadtcampingplatz übernachten wollen. Elbing ist auf dem besten Wege, eine schöne Stadt zu werden. Es wird viel gebaut und es lohnt sich, die Stadt anzuschauen.

Das KZ Stutthof
Der Campingplatz von Elbing
Die Nikolaikirche von Elbing
12.09.03 (120 km)
In der Nacht regnete es heftig! Hoffentlich ist das schöne Wetter nun nicht vorbei? Am Vormittag reißt die Wolkendecke wieder auf. Na also, auf nach Frauenburg, ca. 25 km entfernt von der Russischen Föderation Kaliningrad. Im Ort angekommen, parken wir das Wohnmobil auf dem Stadtparkplatz, bewacht für 5 Zly die Stunde. Wir besuchen die Domburg. Vom Turm aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt, das Haff und die Nehrung. Auf dem Turm traf ich eine Frau aus Deutschland, die mit ihrem Fahrrad von Danzig bis nach Tallin fahren will. Da kann ich nur sagen: „Hut ab vor dieser Leistung". Hinter dem Dom befinden sich einige Lokale. Wir haben für 10 € Mittag gegessen.
Weiter geht es nach Marienburg an der Nogat. Dort, gegenüber der Burg, kann man Parken und Übernachten, der Parkplatz ist bewacht. Über eine Holzbrücke kann man zur Marienburg gehen, eine phantastische Festung. Ich war hin und weg vom Anblick dieser Burg.
Der Bau der Marienburg (Malbork), der mächtigste Bau des Deutschen Ordens, begann im Jahre 1270. Die Anlage besteht aus 3 Teilen. Vor-, Mittel-, und Hochschloss. Das Mittelschloss diente vor allem Repräsentationszwecken. Am nächsten Morgen wollen wir zurück nach Deutschland. Unser Urlaub geht mal wieder zu Ende. Vor uns liegt ein „Tagesritt" von 350 km, bis Küstrin.


Frauenburgs Domhügel und im Hintergrund das Haff
Die Marienburg und der gegenüberliegende Parkplatz
Fazit: Diese Reise nach Polen hat uns sehr gut gefallen. Zu den Vorurteilen, die hier in Deutschland kursieren, kann ich nur sagen: „Alles Mist!" Sicher gibt es auch Kriminalität dort, aber die gibt es in Deutschland auch, oder? Wir haben uns immer sicher gefühlt und hatten auch keine Angst um unser Wohnmobil.
Die Campingplätze waren sauber (Sanitärhäuser), die Preise waren in Ordnung. Tankstellen gab es genügend, auch auf dem Land, in der Stadt sowieso. Wo man ein bisschen aufpassen muss, sind die Straßenverhältnisse, aber nach einer gewissen Zeit, gewöhnt man sich auch daran. Wir werden sicher dieses Land und weitere Osteuropäische Länder besuchen, ob mit dem Wohnmobil oder mit dem Motorrad.
Wenn ihr Fragen habt, dann einfach eine E-Mail <mailto:burkhard@familie-lager.de> senden. Die Adresse findet ihr auf meiner Homepage.

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