Polen 2006
Reiseroute Polen
06.05.06 (420 km)
Die Varadero ist gepackt. Um 13:00 Uhr verabschiede ich mich von meiner Heike und dann ging es über die Landstrasse nach Celle und weiter nach Braunschweig. Dort geht es auf die A2 in Richtung Berlin bis nach Frankfurt/Oder. Es war nicht viel los auf der Autobahn, nur einige LKWs. Ich verließ bei Frankfurt /Oder die Autobahn und fuhr 8 km südlich zum Hemelsee. Die Rezeption war am Campingplatz schon geschlossen, nur eine Frau, die das Schrankenhäuschen aufräumte, wies mir einen Platz zu. Es war nicht viel los auf dem Platz, ist ja Vorsaison. (Als Info) Nach dem Aufbau von Zelt oder Wohnwagen muss das Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt werden. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert das.


Der Campingplatz am Hemelsee bei Frankfurt/Oder
07.05.06 (380 km)
Die erste Nacht war ziemlich hart, meine Luftmatratze hat ihren „Geist" aufgegeben,
Mal sehen, ob ich sie reparieren kann. Aber ich hatte noch ein anderes Problem. Gestern beim Tanken funktionierte meine Kreditkarte nicht. So fahre ich nicht nach Polen, packe erst einmal meine Sachen zusammen und will bei der Rezeption bezahlen, diese hat aber geschlossen. Es ist 8:30 Uhr, das gibt es doch nicht, ich will weiter und keiner ist da. Aber irgendwo kommt immer ein Lichtlein her! Kurz danach fuhr eine Frau auf den Parkplatz. Ich schilderte den Fall und sie meinte, fahren sie mal los, es geht schon in Ordnung. Also, ich auf das Moppet und die nächste Tanke angefahren und erst mal für 15 € getankt. Siehe da, meine Visa Karte geht wieder, war wohl ein Systemfehler. Papiere klar machen und ab zur Grenze. Wo gestern noch eine 10 km lange Lkw-Schlange war, ist heute alles leer. An der Grenze war nicht viel los. Vor mir mussten 2 Franzosen rechts raus und die Kofferräume öffnen. Ich konnte nach der Begutachtung meines Personalausweises nach Polen einreisen. Als erstes muss ein Bankautomat her! Den fand ich in dem 60 km entfernten Ort Swiebodzin. 500 PLN sollten erst mal reichen, der Kurs ist ca. 1€ = 4 PLN. Mein Ziel an diesem Tag war die Stadt Thorn (Torun). An Felder und Äcker vorbei geht es in Richtung Posen, lasse sie rechts liegen und fahre über Oberniki und Wagrowiec, meinem heutigen Ziel entgegen.
Die Straßen sind leider nicht in einem guten Zustand, aber was noch viel schlimmer ist - einige polnischen Autofahrer. Sie nehmen auf nichts Rücksicht - immer voll drauf, ob Überholverbot ist oder nicht. Um 17:00 Uhr erreichte ich Thorn und steuerte gleich den Stadtcampingplatz an der gut ausgeschildert ist. Der Platz liegt an der Hauptstrasse, somit ziemlich laut. Der Ortskern ist ca.1 km von der Brücke entfernt. Die Altstadt von Thorn wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit seinen Bürgerhäusern, Kirchen und dem Rathaus gehört die Stadt zu den am besten erhaltenen, mittelalterlichen Siedlungszentren Nordeuropas.


An den Hauptverkehrsstrassen sind Imbissstände die zur Pausen einladen Die Altstadt von Torun
Die Altstadt von Torun Der Campingplatz in Torun

08.05.06 (260 km)
Nach einer lauten Nacht (Autoverkehr) packte ich meine Sachen zusammen und fuhr auf der 1 in Richtung
Grudziadz (Graudenz). Auf dem Weg dorthin wechseln sich Wälder und Rapsfelder ab. Viele Storchenpaare
nisteten auf den Strommasten. Wo gibt es das noch in Deutschland. Einmal hielt ich am Straßenrand an
um ein Storchenpaar in ihrem Nest zu fotografieren. Gleich bellten die Hunde, die zum Glück im Zwinger waren.
Dann kam auch schon der Hausbesitzer und wollte alles über meine Varadero wissen. Nur zur Info: Als ich mit meinem voll bepackten Motorrad an Anwohnern vorbei fuhr, hörten sie auf zu arbeiten. Das lag aber sicher nicht an mir. Gegen Mittag erreichte ich Graudenz und schlenderte durch die City. Aber was der Reiseführer über die Stadt so schreibt, dem kann ich nichts abgewinnen. So reichte die Zeit, meine Vorräte aufzufüllen. Weiter fuhr ich auf der 16 nach Ostroda. Stehe an der Kreuzung, es geht links nach Elbing, rechts nach Olsztyn (Allenstein). Ich entscheide mich für links, da ich noch zum Oberländischen Kanal will, der liegt 20 km südlich von Elbing. Er ist auf der Hauptstraße ausgeschildert.
Einst als technisches Weltwunder gefeiert, ist der Kanal (auf dem die Schiffe über Berge fahren) auch heute noch beeindruckend. Im Jahr 1860 eingeweiht, diente er dazu, die Oberländischen Seen auf dem Wasserweg mit Elbing und Danzig zu verbinden. Die Schiffe wurden auf Loren verladen und über fünf schiefe Ebenen gezogen. Mein Nachtlager für heute ist der Stadtcampingplatz in Elbing. Ihn hatte ich schon letztes Jahr mit dem Wohnmobil aufgesucht. Statt mein Zelt aufzustellen, miete ich mir ein Zimmer für 9 €.


Unten im Bild werden die Kähne auf Loren verladen und wie auf dem anderen Bild hochgezogen
Storchenpaare findet man in Ostpolen viel Der Stadtcampingplatz in Elbing

09.05.06 (280 km)
Heute geht es in die Masuren! Dort gibt es weit mehr als 1000 Gewässer einschließlich der Bäche, Flüsse,
und Kanäle. Von Elbing aus fahre ich über die Dörfer nach Dobre Miastro (Guttstadt), eine ganz schlechte Strecke mit vielen Schlaglöchern. Dazu kommen noch die wilden Überholmanöver vieler Polen. Olsztyn (Allenstein) ist mein nächstes Ziel.
Allenstein: Das gotische Tor ist der einzige erhaltene Teil der mittelalterlichen Befestigung und ein idealer Ausgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt. Das zweite Ziel an diesem heutigen Tag soll die Wolfschanze sein. So fuhr ich ein Stück auf der 16 bis nach Mragowo und weiter nach Ketrzyn (Rastenburg). Dort sollen Hinweisschilder stehen, die zur Wolfschanze führen sollen. Ich habe keines gefunden. Leicht ärgerlich suchte ich mir dann einen Campingplatz, den ich im Ort Mikolajki gefunden habe. In Ort hinein, dann 4,5 km Richtung See ist ein privat geführter Platz mit Küche und deutschsprachiger Speisekarte. Klasse Platz!

Einsame Wege und Alleen führen nach Allenstein Pferd und Wagen ist noch großer Bestandteil bei den Bauern in den Masuren
Olsztyn (Allenstein) mit seinem hohen Tor und der Altstadt
Einer von vielen Seen in den Masuren (rechts) angrenzend der Campingplatz in Mikolajki mit guter Küche
10.05.06 (320 km)
Am Morgen wurde ich zum Frühstück von einem Camperkollegen, der aus Bayern kam, in sein Wohnmobil eingeladen. Wir machten uns am Tag zuvor beim Abendessen bekannt und unterhielten uns. Ein sehr nettes Ehepaar. Hier noch mal ein Dankeschön für den Kaffee und ich hoffe, ihr habt noch einen schönen Urlaub in Litauen gehabt.
Um 10:00 Uhr ging es weiter. Mein Ziel am heutigen Tag ist Lublin. Die Tagesetappe verlief eigentlich reibungslos, auch die riskanten Überholmanöver polnischen Autofahrer hielten sich in Grenzen. 40 km vor Lublin, mitten im Wald tauchte plötzlich ein Schild „Camping" am Straßenrand auf. Es ist schon 17:00 Uhr, also Blinker links und rauf auf dem Platz. Für 2 € die Nacht, nah ja dachte ich, da stimmt doch was nicht. Als ich dann den Platz begutachtete, wusste ich auch gleich warum. Keine Duschen offen, die Toiletten waren noch in einem Zustand wie vor 30 Jahren. Aber als alter Camper weiß man sich ja zu helfen.

Pause auf polnisch?? es war leider auf der Strecke kein Rastplatz zu finden Der 2€ Campingplatz kurz vor Lublin
11.05.06 (350 km)
Die Nacht war „Saukalt". Erst mal einen Kaffee, dann geht es schon wieder. Heute steht das 350 km entfernte Auschwitz auf dem Programm. Die Fahrt dorthin verlief normal, außer das ich zweimal abgedrängt wurde. Das bin ich nun schon in diesem Land gewohnt. Von Lublin geht es auf der B19-74 und auf die 7 weiter nach Olkusz, dann nach Oswiecim (Auschwitz). In der Umgebung gab es kein Campingplatz. So musste ich mir eine Pension oder Hotel suchen. Das erst beste Hotel habe auch gleich angefahren, das Hotel Globe am Bahnhof. Ein Bau aus den sozialistischen Tagen, nicht mehr zeitgemäß, aber für mich vollkommen ausreichend. Ich parkte meine Varadero auf dem bewachten Parkplatz, da kam auch schon gleich der Parkplatzwärter und bat mich, das Motorrad vorne abzustellen. Ich setzte mich drauf und schob die 300 kg schwere Maschine rückwärts aus der Parklücke und kam mit dem Hinterrad auf eine Parkbuchtabsperrung. Sofort kippte sie mir auf die Seite. Nun lag sie da - für mich unmöglich sie alleine wieder aufzustellen. Der Parkplatzwächter sah es, kam sofort und half mir, das Motorrad wieder aufzurichten. Schadenanalyse: Seitenkoffer links zerkratz, Handprotektoren links eingerissen und zu Guterletzt, Kupplungshebel verbogen. Alles nicht so schlimm, Hauptsache man kommt gesund wieder nach Hause. Nach dem Schreck nehme ich meine Sachen und beziehe mein Hotelzimmer. Alles nicht mehr ganz taufrisch hier, aber ich will ja nur eine Nacht bleiben. Es ist noch nicht so spät, daher möchte ich noch das Auschwitz Museum besichtigen. Zum Thema Auschwitz und Auschwitz-Birkenau möchte ich nichts weiteres schreiben - die Bilder die ich gesehen habe sagen alles.


Tor des KZ Auschwitz
Symbol des Grauens: Vernichtungslager Birkenau
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